24-Stunden-Wanderung an Mosel und Hunsrück24-Stunden-Wanderung an Mosel und Hunsrück

24-Stunden-Wanderung an Mosel und Hunsrück

Bernkastel-Kues, zwischen dem 23. und 24. April 2016

In diesem Jahr stellten wir ein Gästepaar vor eine besondere Herausforderung. Die 24-Stunden-Wanderung begleitete uns durch die Schönheiten der Natur bei Tag und bei Nacht. Wer also Lust hatte, mit uns zu wandern, Spaß zu haben sowie unsere tolle Mosellandschaft zu entdecken und sich der Herausforderung zu stellen, für den erstellten wir als Anreiz folgendes Wanderangebot:
• Anreise Freitag – Abreise Montag
• 2 Übernachtungen in einem der Gemächer in unserem Märchenhotel inklusive Frühstück
• 2 Dinner am Abend
• 1 Wanderpaket für die 24-Stunden-Wanderung im Wert von 49 Euro pro Person

Für einen Komplettpreis von 359,50 Euro pro Person.

Wenn das Gästepaar also die 24 Stunden durchhalten und das Ziel erreichen sollte – aber nur dann, bekommen sie von uns das komplette Wander-Wochenende geschenkt. Denn soviel Einsatz sollte schließlich belohnt werden.

Die Kandidaten

Viele Bewerbungen erreichten uns für diese Wanderherausforderung. Die Entscheidung fiel schließlich auf Nadine Westkamp und Theo Enßlin. Ein sympathisches, junges Studentenpaar aus Köln.

Ausrüstung und Wettervorhersage für die Mosel
Die Ausrüstung stellte mich vor die erste Herausforderung. Viele Auf- und Abstiege würden zu bewältigen sein, das war laut Streckenprofil schon bekannt. Jetzt kam noch eine ungünstige Wettervorhersage hinzu. Zu Beginn sollte es stark regnen und nachts sollte es sehr kalt werden. Da es sich um zwei getrennte Routen handelte, bestand die Möglichkeit zwischen den beiden Routen die Kleidung den Gegebenheiten anzupassen.
Somit wählte ich für die Tagesschleife sehr gute und eingelaufene halbhohe Wanderschuhe, Wandersocken, Baumwollhose, Regenhose, Pullover, Regenjacke und Handschuhe. Einen Rucksack mit weiterer Kleidung und Verpflegung schleppte ich zur Tagschleife noch mit. Bei der Nachtschleife verzichte ich darauf. Das lag an der vorzüglichen Verpflegung wärend der Tour. Zum anderen hatte ich für die Nachschleife mit einer Weste, langem Unterhemd, Kopflampe und einer Mütze nachgerüstet. Den üblichen Kleinkram wie Blasenpflaster, Handy, Ersatzbatterien ließen sich problemlos in den Jackentaschen verstauen.

Nadine und Theo staffierten sich fast identisch aus, sie nahmen als Ergänzung noch Wanderstöcke mit.

Zum 8.30 Uhr trafen wir gemeinsam am Startpunkt ein und stärkten uns erst mal mit einem Frühstück. Gegen 9.20 Uhr erhielten wir unsere Instruktionen sowie einen Beutel mit zahlreichem Nützlichem (Erste Hilfe-Set, Regenponcho, Kugelschreiber …)
und natürlich dem Wanderguide. Um 10.00 Uhr brachen 194 Wanderer zur Tagschleife auf.

Wie vorhergesagt, nahmen wir gemeinsam den ersten Aufstieg bei Regen in Angriff.

Es ging Richtung Traben-Trarbach über die Graacher Schanzen, teils durch sehr tiefen Boden. Die ersten 300 Höhenmeter waren somit bewältigt und zwei Stationen lagen bereits hinter uns. Nicht zu unterschätzen waren bei solchen Wetterverhältnissen die Abstiege, die teilweise sehr steil und rutschig waren.
Der nächste Aufstieg führte zur „Bischofsmütze“, einem Felsen mit Ausblick ins Kautenbachtal. Beim weiteren Aufstieg mitten im Wald, trafen wir auf einen alten VW-Käfer, der an diesem recht ungewöhnlichen Ort seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Nach einem weiterem Abstieg ins Kautenbachtal begann der Aufstieg entlang des Premiumwanderweges und Seitensprungs „Kirchspiels Tälertour“ hinauf in den Hunsrück. In Kleinich hatten wir unsere vierte Station erreicht und die Hälfte der Tagestour bereits geschafft. Endlich gab es den heiß ersehnten Kaffee mit Kuchen. Nach solch kurzen Ruhepausen kühlte der Körper doch sehr schnell aus, so war es wichtig, schnell wieder Tempo aufzunehmen. Der Regen wurde nun weniger und die Sonne lachte hier und da durch die Wolken.

Nun streiften wir entlang des Hunsrücker Dorflebens an zahlreichen Bauernhöfen und Nutztieren vorbei. Als besonderes Highlight empfand ich die Passage entlang des Trabener Bachs, an dem zahlreiche alte Mühlen die Landschaft säumen – traumhaft schön und mir als Moselaner völlig unbekannt. Danach mussten noch ein paar Hügel bewältigt werden, um die 6. Station in Longkamp zu erreichen. Leider musste Theo hier aufgeben, so dass ich nun mit Nadine über Monzelfeld den steilen Abstieg durch die Bernkasteler Schweiz meisterte. Ein Stück weit leistete uns eine Frau aus dem Schwarzwald Gesellschaft. Sie erzählte uns von ihren zahlreichen 24-Stunden-Wanderungen, welche sie schon absolviert hatte. Erstaunlicherweise war sie der Meinung, dass diese rund um Bernkastel-Kues eine der anspruchsvollsten ist.
Sie mache jeden Monat solch eine Wanderung – meinen Respekt!
Gerade hier in meiner Heimat soll der anspruchsvollste Weg sein, ups –hätte ich da nicht erstmal kleiner Brötchen backen sollen? Nun gut, fit sollte ich eigentlich sein, ich habe schließlich auch schon den ein oder anderen Laufwettbewerb hinter mir und würde sagen, dass ich nicht unbedingt der Unsportlichste bin.
Kurz darauf erreichten wir und 184 weitere Wanderer die Grundschule in Bernkastel-Kues und somit war die Tageschleife beim 44,2 km geschafft. Blessuren hatte ich bis dahin keine, die Muskeln waren wohl etwas hart und die Füße kribbelten ein wenig. Bei Nadine war es ähnlich. Nach einer Ruhepause und einer guten Portion Spaghetti Bolognese starten wir gegen 21.00 Uhr gemeinsam zur Nachtschleife. Und weitere 125 Wanderer taten es uns gleich. 69 Personen konnten oder wollten die zweite Schleife nicht mehr in Angriff nehmen.
Die Nachtroute führte uns durch die Bernkasteler Alstadt in Richtung Burg Landshut. Somit waren wieder zu Anfang 150 Höhenmeter zu bewältigen. Diese gingen eigentlich recht flott vom Schuh, wohl auch, weil der Ausblick einfach atemberaubend war. Der Himmel war nun sternenklar und es bot sich ein wunderschöner Blick auf die Mosel. Über die Station 8, Andeler Hütte, erreichten wir nach weiteren 150 Höhenmetern die 9. Station. Leider musste Nadine hier aufgeben, da sie heftige Magenkrämpfe hatte. Während des Weiterwanders traf ich auf nette Mitwanderer und führte wahrlich interessante und unterhaltsame Gespräche mit angehenden Physiklehrern. Nun stand bald ein weiter steiler Abstieg Richtung Thalveldenz an, darum schloss ich mich einem Pärchen an, welches zuvor ein ähnliches Tempo wanderte. Ein Wildschwein kreuzte unseren Weg. Und was für ein Kaliber!!! Vom Vollmond und gespenstigen Waldlautet begleitet, ging es nach einem kürzeren Aufstieg stetig bergab zu den nächsten Stationen. An der Mosel wieder angekommen, konnten wir den Sonnenaufgang hinter den Weinbergen genießen _ ein malerisches Bild. Die letzten 9 km setzte ich mich nun immer mehr von dem mittlerweile befreundeten Ehepaar ab. Denn ich musste der Kälte durch eine Tempoverschärfung entgegenwirken. Dieses Paar erläuft im Jahr auch mehrmals solche Strecken und bestätigte mir für dieses Wanderung einen hohen Schwierigkeitsgrad, sehr gute Organisation und ein Top Preis-/Leistungsverhältnis. Und der Herr muss ja wissen, als ehemaliger Bunderwehrausbilder 😉 . Schon erstaunlich was es bei der Bundeswehr alles zu erzählen gibt, ich kann da als ehemaliger Zivi nicht mitreden.
Überraschend fit erreichte ich nach 81,7 km am frühen Sonntagmorgen das Ziel.
Weitere 106 Nachtwanderer taten es mir gleich oder aber sie liefen die Strecke. Die Schnellste war eine Marathonläuferin, die für die besagte Strecke 13:41 Stunden benötige.

An dieser Stelle möchte ich noch ein großes Kompliment an das Organisationsteam und alle Helfer aussprechen, es war ein TOP-EVENT.

Die 24h-Wanderung in Zahlen:
194 gestartet
186 nach Tagstrecke im Ziel
125 auf die Nachtstrecke
106 nach Nachtstrecke im Ziel
139 Männer am Start
55 Frauen am Start
13:41 Stunden – schnellste Zeit
22:45 Stunden – Letzter im Ziel
18 Stunden – durchschnittliche Wanderzeit für 81,7 Kilometer
70 Helfer im Einsatz
600 Brötchen
500 Bananen
300 Äpfel
400 Müsliriegel
250 Liquid Gels
600 Waffeln
800 Liter Wasser
400 Liter Apfelschorle

Beide Routen haben wir in unserem GPS-Gerät gespeichert. Somit kann jeder Hotelgast die Route oder auch Teilpassagen erwandern. Weiter kleinere Routen und eine Schatzsuche sind ebenso hinterlegt.

Hier unser Arrangement für den Sommer 2016
Schatzsuche im Moselland

Nicht jeder Schatz besteht aus Silber und Gold (Jack Sparrow)

Das Ferienland Bernkastel-Kues bietet Wandervergnügen pur – so vielseitig wie die Kulturlandschaft der Mosel, sind auch die Angebote hier zu Wandern.
Die Wander- und Themenwege beeindrucken mit fabelhaften Ausblicken auf die steilen Weinberge und dunklen Wäldern. Neu ist seit 2014 unsere GPS geführte Elfenroute mit Rätsel rund um die deutschen Märchen.

Leistungen:
• 2 Übernachtungen mit Frühstück
• GPS-geführte Wanderrouten mit Schatzsuche und Empfehlungen von Stefan Krebs
• abendliches Menü in 3 Gängen

Buchbare Zusatzleistungen:
• Transfer vom/zum Hotel

Preis pro Person
in der Kategorie Rosenzimmer: 189,- €
in der Kategorie Gemächer: 239,- €
in der Kategorie Romantikzimmer: 249,- €
in der Kategorie Exklusivzimmer 299,-€


2 Kommentare zu "24-Stunden-Wanderung an Mosel und Hunsrück"

  1. Michael Rügner sagt:

    Hallo, fremder Freund trotz der gemeinsam zurückgelegten Strecke und einigen schönen Stunden, hatten wir leider nicht mehr die Zeit unsere Namen ausztauschen ( du warst am ende einfach zu schnell geworden 🙂 aber vielleicht gibt es im nächsten Jahr bei der 24h Wanderung wieder die Möglichkeit einige Gespräche zu führen. Wir werden dann wie jedes Jahr wieder zwei bis drei Tage an der Mosel verbringen, um uns auf die Tour einzustimmen.
    Gruß Michael & Silke

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