Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis tanzen.Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis tanzen.

Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis tanzen.

Dokumentation – das Lieblingsinstrument des Bevormundungsstaates

von Stefan Krebs

Nun ist unsere Branche nicht für eine Streikwut wie diverse andere Dienstleister bekannt, obwohl es dafür handfeste Gründe gäbe.
Für keine Branche wie in der unseren wird in der öffentlichen Wahrnehmung das frische, das individuelle, das regionale, das spontane herbeigesehnt. In Wirklichkeit wird dies durch die industrielle Lobbyarbeit von der Politik bekämpft.
Nach dem großen Sterben der Metzgereien, gefolgt von den Bäckereien, scheint es jetzt die unter ständigem Generalverdacht stehende Gastronomie zu treffen.
Seit Dezember gilt die Allergenkennzeichnungspflicht. Laut dieser Vorgabe sollen die Allergene auf jeder Speisekarte und im Aushang vermerkt werden. Das spontane und individuelle Kochen ist somit gesetzesmäßig hinfällig geworden. Komischerweise wurde per Direktmail einen Monat vor Inkrafttreten des Gesetzes vom Lebensmittelriesen Unilever Empfehlungen für Fertigprodukte mit gesetzestreuem Beipackzettel beworben, in denen explizit auf das neue Gesetz hingewiesen wurde. Auch konnte in entsprechenden Seminaren nur schwerlich auf Folien und Handouts von Unilever verzichtet werden. Die zuständigen Behörden wiesen auf Nachfrage auf den Lieferanten und die Broschüre von Unilever hin, da sie selbst noch keinerlei Informationsmaterial hatten.
Weiß Gott, auch vor dem Dezember 2014 gab es Allergiker, für die wir gerne individuell gekocht haben. Hierfür war nur ein Hinweis des Gastes notwendig.

Ab Januar gibt nun auch das Mindestlohngesetz, nichts schlimmes soweit, jeder Mitarbeiter hat entsprechend seiner Leistungen Anspruch auf eine faire Entlohnung. Die Dokumentationspflicht und das entsprechende Zeitarbeitsgesetz dazu ist aber eine Farce. Die Dokumentation gilt auch für Familienangehörige im Familienbetrieb, somit müsste ich die Arbeitszeit meiner Frau ebenso erfassen, meine aber nicht. Die Arbeitszeit ist auf 8 Stunden täglich begrenzt, an wenigen Tagen im Monat sind auch bis zu 10 Stunden möglich. Das führte dazu, dass ich es einem Arbeitnehmer nicht gestatten durfte mehr Stunden zu arbeiten, obwohl dieser in absehbarer Zeit dringend mehr Geld benötigen wird, da er ein Haus finanzieren möchte. Arbeit für diesen Mitarbeiter wäre da gewesen, wir mussten aber um uns nicht strafbar zu machen, einen weiteren Arbeitnehmer einstellen, was zur Folge hatte, dass die Arbeitsstunden des erstgenannten weniger wurden. Weiter transferiert auf die ruhige Jahreszeit werden wir erstmalig seit zehn Jahren wieder Arbeitnehmer nicht über den Winter beschäftigen können, da wir die Öffnungszeiten genau im Blick behalten müssen und wir geleistete Mehrarbeit nicht abbauen könnten. Ich als Geschäftsführer, selbst die Bundeskanzlerin, darf allerdings unbegrenzt arbeiten. Ich frage mich, wo sind denn hier die Diskriminierungsapostel?
Erstaunt war ich über die Aufregung bezüglich der Paternoster-Posse, ähnliches gibt es doch bereits, hier nur zwei unlustige Beispiele:
Kennen Sie die Leiterverordnung? Gefährdungsbeurteilung von elektrischen Arbeitsmitteln?

Natürlich sind wir auch an der Ausspielung des statistischen Bundesamtes beteiligt, aber seien Sie beruhigt, die Unterhosengröße jeden Gastes müssen wir noch nicht preisgeben.

Der Anfang des Dokumentationswahns waren die HCCP- Listen, sprich Hygienelisten. Insbesondere in der Küche ein nicht mehr wegzudenkendes Kreuzworträtsel. Als weiterführendes Instrument kommt jedes Jahr die Hygieneampel wieder ins Gespräch, hierin sehe ich keine Notwendigkeit.
Natürlich ist für uns Hygiene gerade in der Küche sehr wichtig, das dokumentieren wir auch fleißig.
Die letzte Kontrolle ist allerdings schon sechs Jahre her, welche Farbe der Ampel wäre das, blau – „mit einem blauen Auge davon gekommen“?
Ein Betrieb der, trotz mehrmaliger Bußgelder, nicht sauber arbeitet gehört geschlossen, leider passiert dies in letzter Konsequenz kaum.
Die Gesetze lassen dies auch zu, aber dem Verbraucher muss jedes Jahr durch Medien, durch hirnrissige Petitionen oder durch ferngesteuerte Politiker ein neuer Blödsinn aufgetischt werden. Die Fettampel ist auch nicht klein zu kriegen, mit ein bisschen Lebensmittelkenntnis oder dem Verzicht auf Convenience wäre auch dies nicht nötig. Stopp + Go
Politik, hoffentlich hält das der geistige Motor auf Dauer aus.

Diese Volksbelustigung kostet immens viel Zeit und somit auch Investitionsgelder. Für den Mittelstand hat die schwere Zukunft bereits begonnen.

Wohl dem der Schlittschuhe hat.

Auch das sollte mann zum Mindestlohn wissen:

Das Gesetz betrifft nicht nur die Arbeitgeber selbst, sondern auch Auftraggeber, die Leistungen an Fremdfirmen vergeben. Zahlt eine Fremdfirma oder deren Subunternehmer einen zu geringen Lohn, kann unter Umständen auch der Auftraggeber in Anspruch genommen werden. Er haftet gegenüber den Mitarbeitern der Fremdfirma für die Differenz zwischen gezahltem Lohn und vorgeschriebenem Mindestlohn.

Am 18. und 19. Juni sind bundesweit Hotels und Gaststätten von rund 2.700 Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit kontrolliert worden. 18.000 Personen wurden überprüft hieraus wurden 89 (0,49%) Strafverfahren eingeleitet. Das Jahresgehalt eines Zollbeamten liegt übrigens bei ca. 35.600,- Euro.
Ein verdammt hoher Preis !


Ein Kommentar zu "Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis tanzen."

  1. Monika Kauth sagt:

    Eine Kundin hat eine, Gluten- und Lactoseallergie und fragt was sie essen kann.Bitteschön sie sehen die Buchstaben unter den Gerichten, da können sie sich informieren. Ihr Kommentar: Halten sie mich für blöd, glauben sie, ich lese das alles durch? Nein, Ich glaube das nicht, die EU glaubt das.Machen wir es wie bisher, sie sagen mir die Allergie und ich weiß was ich weglassen kann,

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